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Die Stabilisierungsoperation der Wirbelsäule - so wird's gemacht

Aktualisiert: 15. Okt.


Implantate einer Fusion der Wirbelsäule
Implantate einer Fusion der Wirbelsäule

Wenn der Rückenschmerz nicht besser wird und nicht-operative Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind, ist oft eine Stabilsierungsoperation der Wirbelsäule notwendig. Die klassischen Gründe für diese Operationstechnik sind eine Abnützung einer Bandscheibe (Osteochondrose) oder ein instabiles Segment im Rücken (Gleitwirbel oder Spondylolisthese). Ein sorgfältige Diagnosestellung und Abklärung sowie eine realistische Einschätzung des Operationsziels sind essentiell für den Erfolg der Operation.


Das chirurgische Ziel im Rahmen der Operation ist es, eine stabile Zone zu schaffen und sämtliche Nerveneinengungen zu beseitigen. Während Nerven unter dem Mikroskop ausgefräst werden, ist die Stabilisierung nur mit zusätzlichen Hilfsmittel zu erreichen. Dazu sind folgende Elemente notwendig (Bild von links nach rechts):


1 Platzhalter (Cage) als Bandscheibenersatz

4 Pedikelschrauben

4 Verschlusskappen

2 Stäbe


Zunächst werden vier Schrauben in den Knochen (Wirbelkörper) der Wirbelsäule eingeschraubt. Dies geschieht mit Unterstützung eines Röntgengerätes. Eine computerunterstütze Planung VOR der Operation ist seit einigen Jahren verfügbar, sodass der Chirurg zusätzlich Schablonen verwenden, um die Richtung der Schrauben noch genauer zu wählen. Auch die Länge der Schrauben kann schon vorher bestimmt werden.

Die Schrauben haben einen Schraubenkopf mit einem U-Profil. In das U-Profil der Schrauben wird der Stab, dessen Biegung und Länge angepasst werden muß, eingelegt. Jeweils zwei Schrauben links und 2 Schrauben rechts werden mit dem Stab verbunden. Der Stab wird mit den Verschlusskappen im Schraubenkopf verankert.


Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Entfernung der kaputten Bandscheibe. Statt der Bandscheibe wird der Platzhalter in das ehemalige Bandscheibenfach positioniert. Die optimale Größe wird während der Operation durch unterschiedliche Musterpaltzhalter bestimmt. Die Erfahrung der Chirurgen entscheidet, wie hoch der Bandscheibenersatz gewählt werden kann.

In den Monaten nach der Operation wächst der Platzhalter knöchern ein, es entsteht ein knöcherner Block für die Ewigkeit.


Wie sind die Materialien zusammengesetzt?

Die Schrauben und Stäbe sind aus einer Titanlegierung zusammengesetzt: Titan, Aluminium und Vanadium.

Stahlimplantate werden nicht mehr verwendet.

Der Platzhalter als Bandscheibenersatz besteht aus PEEK: Polyetheretherketon – einem implantierbaren Polymer, das röntgendurchlässig ist. Die Oberfläche weist scharfe Zacken auf, um einen sicheren und festen Sitz zu ermöglichen.


Wie groß sind die Schrauben?

In der Lendenwirbelsäule sind die Schrauben meist 45 mm lang und 6 mm im Durchmesser. Die Dimension wird durch die Abmessungen des Knochens (Wirbelkörper) begrenzt.


Können Schrauben brechen?

Ja, allerdings nicht durch einen Sturz. Schrauben können brechen, wenn die knöcherne Heilung nicht gelingt, meist Jahre später nach der Operation.


Stabilisierung der Lendenwirbelsäule
Stabilisierung der Lendenwirbelsäule


Sind MRT Untersuchungen mit einer Stabilisierung in der Lendenwirbelsäule möglich?

Die aktuell verwendeten Materialien sind MRT tauglich. Auch eine Untersuchungen der operierten Zone sind möglich, allerdings zeigen sich Unschärfen (Artefakte) direkt im Schraubenbereich. Alte Stahlsysteme können ein Problem darstellen.


Was passiert bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen?

Sie bekommen bei jeder Stabilisierung einen Implantatausweis, den Sie bei der Sicherheitskontrolle herzeigen können, wenn der Metalldetektor alarmiert.


Müssen die Implantate entfernt werden?

Implantate werden bei jungen Patienten nach einer Stabilisierung infolge eines Bruches entfernt. Bein allen übrigen Patienten verbleiben die Implatnate im Körper und müssen NICHT entfernt werden.


Wie oft ist eine Kontrolle sinnvoll?

Ich empfehle eine jährliche Kontrolle der Implantate.


Gerne betreuen wir Sie vor und nach dem Spitalsaufenthalt, Operationen werden im Wirbelsäulenzentrum des Krankenhaus Speising durchgeführt.


OA Dr. Philipp Becker

Wirbelsäulenchirurg

und das Team des Rückenschmerzpunkt Wien




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