Sarkopenie – Wenn Muskelkraft leise verschwindet
- Gloria Jeschko BSc.
- 15. März
- 4 Min. Lesezeit

Viele Menschen merken es zunächst kaum. Das Aufstehen vom Sofa dauert einen Moment länger. Der Einkauf fühlt sich schwerer an als früher. Treppen steigen kosten mehr Kraft. Was häufig als „normales Älterwerden“ abgetan wird, kann in Wirklichkeit eine klar definierte und behandelbare Erkrankung sein: Sarkopenie – der fortschreitende Verlust von Muskelkraft und Muskelmasse im höheren Lebensalter.
Und genau diese Muskelkraft entscheidet darüber, wie lange wir selbstständig und mobil bleiben.
Was genau ist Sarkopenie?
Nach aktueller europäischer Definition handelt es sich bei Sarkopenie um eine Muskelerkrankung, die durch eine verminderte Muskelkraft gekennzeichnet ist. Früher stand vor allem die Muskelmasse im Vordergrund.
Heute gilt: Muskelkraft ist der wichtigste Leitsymptom und der zuverlässigste Risikomarker.
Erst wenn zusätzlich eine reduzierte Muskelmasse oder -qualität nachgewiesen wird, gilt die Diagnose als gesichert. Kommt eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit hinzu (z. B. langsames Gehen), spricht man von einer schweren Sarkopenie.
Sarkopenie ist damit keine bloße Befindlichkeitsstörung, sondern eine Erkrankung mit klaren diagnostischen Kriterien.
Warum ist Muskelkraft so wichtig?
Unsere Muskeln sind weit mehr als „Bewegungsorgane“. Sie stabilisieren uns, schützen vor Stürzen, unterstützen den Stoffwechsel und helfen dabei, alltägliche Aufgaben mühelos zu bewältigen.
Eine verminderte Handgriffkraft gilt heute als zuverlässiger Marker für das allgemeine Gesundheitsrisiko. Studien zeigen, dass sie mit einem erhöhten Risiko für Stürze, Krankenhausaufenthalte und einer erhöhten Sterblichkeit verbunden ist. Obwohl sie nur die Kraft der Hand misst, spiegelt sie in vielen Fällen die generelle Muskelkraft des Körpers wider und eignet sich daher gut als einfaches Screening-Instrument (López-Bueno et al., 2022).
Besonders wichtig ist die Muskulatur im Bereich der Wirbelsäule. Die tiefen und oberflächlichen Rückenmuskeln stabilisieren unseren Rumpf, entlasten Bandscheiben und Gelenke und ermöglichen eine aufrechte Haltung. Nimmt ihre Kraft ab, steigt nicht nur das Sturzrisiko – auch chronische Rückenschmerzen, Haltungsschwächen und funktionelle Einschränkungen treten häufiger auf.
Die Rolle der Rückenmuskulatur
Besonders wichtig ist die Muskulatur im Bereich der Wirbelsäule.
Die tiefen und oberflächlichen Rückenmuskeln
stabilisieren den Rumpf
entlasten Bandscheiben und Gelenke
ermöglichen eine aufrechte Körperhaltung
Wenn diese Muskulatur an Kraft verliert, steigt nicht nur das Sturzrisiko.
Auch chronische Rückenschmerzen, Haltungsschwächen und funktionelle Einschränkungen treten deutlich häufiger auf.
Wie entsteht Sarkopenie?
Meist spielen mehrere Faktoren zusammen. Mit zunehmendem Alter verändern sich hormonelle Prozesse, der Stoffwechsel wird träger und Muskelaufbau gelingt langsamer. Gleichzeitig bewegen sich viele Menschen weniger. Auch längere Krankheitsphasen oder Bettlägerigkeit beschleunigen den Muskelabbau erheblich.
Eine zu geringe Eiweißzufuhr kann den Prozess zusätzlich verstärken. Gerade ältere Menschen essen oft weniger – und nehmen dadurch nicht genügend Protein zu sich, um ihre Muskulatur zu erhalten.
Wie wird Sarkopenie festgestellt?
Im ersten Schritt wird meist die Muskelkraft gemessen – häufig mit einem Handkraftmessgerät. Ist die Kraft vermindert, kann die Muskelmasse mithilfe spezieller Messverfahren wie einer Bioimpedanzanalyse (BIA) bestimmt werden.
Zusätzlich beurteilen Ärztinnen und Ärzte oft die körperliche Leistungsfähigkeit, zum Beispiel durch einen kurzen Gehtest oder einen Aufsteh-Test vom Sessel. So lässt sich feststellen, wie ausgeprägt die Einschränkung bereits ist.
Das Ziel ist dabei nicht, ein Etikett zu vergeben, sondern frühzeitig gegenzusteuern.

Sarkopenie und Rückenschmerzen
Gerade bei älteren Menschen spielt die Muskulatur rund um die Wirbelsäule eine entscheidende Rolle.
Die tiefen Rumpfmuskeln stabilisieren die Wirbelsäule und entlasten Bandscheiben sowie Facettengelenke.
Wenn diese Muskulatur schwächer wird, kommt es häufiger zu
chronischen Rückenschmerzen
Instabilitätsgefühl im Rücken
Gangunsicherheit
und einem erhöhten Sturzrisiko.
Gezieltes Krafttraining der Rumpfmuskulatur ist deshalb eine der wichtigsten Maßnahmen, um Rückenschmerzen im Alter vorzubeugen.
Was können Sie selbst tun?
Die wichtigste Botschaft lautet: Muskeln lassen sich in jedem Alter trainieren.
Schon zwei bis drei gezielte Krafteinheiten pro Woche können die Muskelkraft deutlich verbessern. Dabei müssen es keine schweren Gewichte sein, auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder leichte Widerstandsbänder zeigen Wirkung, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden.
Ebenso wichtig ist eine ausreichende Eiweißzufuhr. Viele Fachgesellschaften empfehlen älteren Menschen etwa 1,0 bis 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag – bei bestimmten Erkrankungen sogar mehr. Eine ärztliche Beratung kann hier sinnvoll sein.
Zusätzlich hilft jede Form von Alltagsbewegung: Spazierengehen, Treppensteigen, Gleichgewichtsübungen oder Tanzen. Bewegung ist die wirksamste „Medizin“ gegen Muskelabbau.
Fazit: Aktiv bleiben lohnt sich
Sarkopenie ist kein unausweichliches Schicksal des Älterwerdens. Sie ist eine behandelbare und beeinflussbare Erkrankung. Je früher Muskelkraft erhalten oder wieder aufgebaut wird, desto besser bleiben Mobilität, Sicherheit und Lebensqualität erhalten.
Muskelkraft messen und gezielt trainieren
Im Rückenschmerzzentrum Wien-Speising überprüfen wir bei Bedarf Muskelkraft, Gleichgewicht und Rumpfstabilität und entwickeln individuelle Trainingsprogramme, um Muskelabbau frühzeitig entgegenzuwirken.
Gerade bei Rückenschmerzen oder nach längeren Krankheitsphasen kann ein gezieltes Training helfen, Mobilität und Lebensqualität wieder deutlich zu verbessern.
und das Team vom Rückenschmerzpunkt Wien
Rückenschmerzzentrum Wien-Speising
Das Rückenschmerzzentrum Wien-Speising ist für Sie da. Kontaktieren Sie uns unter office@rsp.wien oder rufen Sie uns an unter 0676/4907090. Wir helfen Ihnen, Ihren Rücken wieder fit zu machen! Wir sind ein Team von Rückenspezialisten.
Quelle:
Cruz-Jentoft, A. J., Bahat, G., Bauer, J., Boirie, Y., Bruyère, O., Cederholm, T., Cooper, C., Landi, F., Rolland, Y., Sayer, A. A., Schneider, S. M., Sieber, C. C., Topinkova, E., Vandewoude, M., Visser, M., Zamboni, M., & Writing Group for the European Working Group on Sarcopenia in Older People 2 (EWGSOP2), and the Extended Group forEWGSOP2 (2019). Sarcopenia: revised European consensus on definition and diagnosis. Age and ageing, 48(1), 16–31. https://doi.org/10.1093/ageing/afy169
López-Bueno, R., Andersen, L. L., Calatayud, J., Casaña, J., Grabovac, I., Oberndorfer, M., & Del Pozo Cruz, B. (2022). Associations of handgrip strength with all-causeand cancer mortality in older adults: a prospective cohortstudy in 28 countries. Age and ageing, 51(5), afac117. https://doi.org/10.1093/ageing/afac117
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